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Allgemeine Informationen zum Studium in Deutschland und speziell Bayern

Hochschultypen

Sie haben die Wahl zwischen dem Studium an einer Universität und einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Wichtig ist zu wissen, dass keine dieser Entscheidungen besser oder schlechter ist, die Entscheidung hängt alleine von Ihren persönlichen Interessen und Neigungen ab.

Das Studium an einer Universität ist stärker forschungsorientiert und vermittelt schwerpunktmäßig methodisch-theoretisches Wissen. Die Grundlagenforschung steht hier im Mittelpunkt. Eine Promotion ist möglich. Einige Studiengänge wie beispielsweise Medizin oder Lehramt können jedoch nur an einer Universität studiert werden.

Das Studium an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist stärker praxisorientiert, oft wird ein duales Studium angeboten oder ein besonderer Fokus auf Praxissemester und verschiedene Praktika gelegt. Ein solches Studium bildet besonders für die berufliche Praxis aus.

Mit der Umstellung auf die Bachelor- und Master-Studiengänge jedoch ist die Unterscheidung zwischen den beiden Hochschulformen nicht mehr allzu konkret, sodass die oben genannten Unterschiede immer weiter in den Hintergrund rücken. So ist es heutzutage beispielsweise möglich, mit einigem Aufwand an einzelnen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften zu promovieren. Auf der anderen Seite treten Praktika häufig auch an der Universität stärker in den Mittelpunkt, da Bachelor-Abschlüsse bereits für den Berufseinstieg qualifizieren.

Abschlüsse

Im Zuge des Bologna-Prozesses und der damit verbundenen Internationalisierung von Studiengängen wurde in Deutschland vom ehemaligen Diplom bzw. Magister auf das Bachelor-Master System umgestellt. Seit 2010 werden diese Studiengänge flächendeckend an deutschen Hochschulen angeboten.

Ein Bachelor-Abschluss bietet bereits einen ersten Berufsabschluss und somit die Chance, früher als nach dem Diplom in das Berufsleben einzusteigen. Viele Studierende nutzen den Bachelor-Abschluss jedoch als Basis für einen aufbauenden Masterstudiengang.

Die Bachelor-Studiengänge dauern in der Regel 3 Jahre (6 Semester) und vermitteln Grundlagen in dem jeweiligen Studienfach. Anders als beispielsweise im englischsprachigen Raum ist das Bachelor-Studium in Deutschland bereits sehr fachspezifisch aufgebaut, sodass überwiegend Module in diesem Fach belegt werden. Daher ist es wichtig, sich bereits vor Beginn des Studiums über die Studienstruktur zu informieren und das Studium nach den persönlichen Interessen zu wählen. Ein Wechsel in ein anderes Studienfach ist natürlich meistens möglich, jedoch immer mit Zeit und Kosten verbunden.

Ein auf den Bachelor folgendes Masterstudium dauert in der Regel 2 Jahre (4 Semester) und vermittelt spezialisiertes Wissen, welches auf die Grundlagen aus dem Bachelorstudium aufbaut.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland noch andere Abschlüsse, die nur in bestimmten Studiengängen vergeben werden. So wird z.B. das Studium der Medizin mit dem deutschen Staatsexamen abgeschlossen. Da das deutsche Diplom national und international insbesondere in den Ingenieurswissenschaften hoch angesehen ist, haben sich einige Hochschulen dazu entschieden, vereinzelte Studiengänge wieder auf das Diplom umzustellen. Bitte informieren Sie sich direkt auf den Internetseiten Ihrer Wunschhochschule, welcher Abschluss für Ihren bevorzugten Studiengang vergeben wird.

Semesterzeiten

Ein Studium in Deutschland ist in 2 Semester pro Jahr unterteilt, das Wintersemester und das Sommersemester. Die meistens Studiengänge beginnen zum Wintersemester, ein Studienstart zum Sommersemester wird an einigen Hochschulen bzw. in einigen Studiengängen aber auch angeboten.

Die Vorlesungszeiten der einzelnen Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften unterscheiden sich zum Teil etwas voneinander.

Vorlesungszeiten Universitäten:
Wintersemester: ca. Mitte Oktober – Mitte Februar
Sommersemester: ca. Mitte April – Mitte Juli

Vorlesungs- inkl. Prüfungszeiten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften:
Wintersemester: ca. Anfang Oktober – Mitte Februar
Sommersemester: ca. Mitte März – Ende Juli

Zwischen den Vorlesungszeiten gibt es Semesterferien. Diese sind jedoch nicht mit Ferien gleichzusetzen, da dann Prüfungen und Hausarbeiten geschrieben werden, Praktika absolviert, sowie ggf. gejobbt werden kann. Daher spricht man eher von vorlesungsfreier Zeit als von Semesterferien.

Das Studium an sich

Lehrveranstaltungen

Die Form der Lehrveranstaltung ist abhängig vom Studiengang. In geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Studienfächern sind eher Vorlesungen, Seminare und Tutorien üblich. Natur- und ingenieurswissenschaftliche Fächer bieten häufig Vorlesungen und darauf bezogene Übungen und Praktika, sowie Laborkurse an. Hinweise zum Aufbau der einzelnen Studiengänge finden Sie in den Modulhandbüchern sowie Vorlesungsverzeichnissen der Hochschulen und Fakultäten.

Prüfungen

Genau wie Lehrveranstaltungen unterscheiden sich die Prüfungen je nach Studienfach und -niveau. Üblich sind mündliche und schriftliche Prüfungen, die vor Ort in der Hochschule abgehalten werden, sowie Hausarbeiten, die über einen längeren Zeitraum, oft auch während der Semesterferien, bearbeitet werden.

Module und deutsche Notengebung

Die Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst zum Studium in Bayern für internationale Studierende gibt einen guten Überblick über das deutsche Notensystem und Begriffe wie "ECTS" oder "Modul".

Studiengebühren

In Bayern gibt es, wie auch im Rest Deutschlands, keine Studiengebühren mehr. Sie wurden 2013 abgeschafft.

Die oben aufgelisteten Informationen sollen Ihnen einen ersten Einblick in das Studium in Bayern geben. Da Semesterzeiten, Studienaufbau, Studienvoraussetzungen usw. von Hochschule zu Hochschule variieren können, wenden Sie sich bei detaillierten Fragen dazu bitte direkt an das Akademische Auslandsamt bzw. die Studierendenkanzlei Ihrer Wunschhochschule.